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Bonussysteme für Kund:innen

Warum Bonusprogramme immer noch so attraktiv sind

Bonussysteme oder auch Kundenbindungsprogramme sind essenziell für die Kundenbindung. Durch die Digitalisierung hat der Wettbewerb in vielen Branchen stark zugenommen. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die Kund:innen langfristig an sich zu binden. In diesem Rahmen haben sich Bonusprogramme als effiziente Methode etabliert. Sie folgen dem simplen Prinzip, gewinnbringende Kund:innen durch ein Prämiensystem für ihre Treue zu belohnen.

Es entsteht eine Win-win-Situation: Die Kund:innen fühlen sich wertgeschätzt und das Unternehmen erhält wichtige Einblicke in die Vorlieben und das Kaufverhalten der Kund:innen. Diese Informationen sind unverzichtbar für die Anpassung des Sortiments an die Zielgruppe. Ein personalisiertes Einkaufserlebnis ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen im digitalen Zeitalter.

4 Arten von Bonusprogrammen

Bonussysteme können nach der Kundengruppe, der Prämienart, der Art der Mitgliedschaft oder dem Partner-Set-Up (Stand-Alone Loyalty Programm oder Multipartner Loyalty Programm) unterschieden werden. Die Branche und die Größe des Unternehmens sowie die demografischen Merkmale der Zielgruppe sind ausschlaggebend für die Wahl des passenden Bonussystems. In der Praxis haben sich vier Arten durchgesetzt.

 

  1. Bonus-Kundenkarten

    Kundenkarten sind die häufigste Art von Bonusprogrammen. Weit verbreitet sind Multipartner Loyalty Programme, die Kund:innen in unterschiedlichen Unternehmen einsetzen können. Bekannte Anbieter sind Payback und die Deutschland Card. Der Vorteil für die teilnehmenden Händler:innen besteht in dem Wiedererkennungswert des Systems. Fast jeder Kundschaft in Deutschland ist der Name Payback ein Begriff. Aufwändige Marketingkampagnen und eine ausführliche Erklärung der Funktionsweise sind nicht nötig.

    Die Händler:innen legen eigenständig fest, wie viele Punkte pro Einkauf vergeben werden und wofür die Kund:innen die Punkte einlösen können. Ab einer bestimmten Punktzahl erhält die Kundschaft eine Prämie, die üblicherweise in Form eines Rabattes gewährt wird. Sie bekommt das Gefühl, bares Geld zu sparen. Entsprechend hoch ist für sie der Anreiz, an dem Bonusprogramm teilzunehmen.
     

  2. Bonusprogramme für Firmen

    Bei diesem Konzept sammeln die Kund:innen Punkte bei einem einzelnen Unternehmen. Das ermöglicht den Firmen, die Zusammensetzung des Bonussystems stärker an die eigene Marke anzupassen. Die Kund:innen profitieren bei Firmen-Boni von der höheren Transparenz. Im Gegensatz zu Multipartner Loyalty Programmen, wie Payback oder DeutschlandCard, sind die Konditionen für sie bei dieser Variante leichter nachzuvollziehen.

    Am erfolgreichsten sind Bonussysteme, die einen Mehrwert für die Kund:innen schaffen. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Einkaufswert und Höhe der Prämie hat sich in der Praxis als wichtiger Faktor erwiesen. Wird der Einkauf der Kund:innen nur mit einem Bruchteil von Punkten belohnt, erweckt das bei ihnen den Eindruck, das Bonussystem lohne sich für sie langfristig nicht.
     

  3. Bonusprogramme von Krankenkassen

    Bei Krankenkassen sind Bonussysteme seit Jahren ein Eckpfeiler der Kundenbindung. Die Konditionen sind für die Mitglieder leicht verständlich und für die Krankenkassen mit geringem Aufwand verbunden. Um von dem Bonussystem profitieren zu können, nehmen die Kund:innen an präventiven Maßnahmen teil. Diese umfassen die Krebsvorsorge, ein jährlicher Besuch beim Zahnarzt und die Einhaltung eines gesunden Gewichts.

    Am Ende des Jahres werden die Daten ausgewertet und den Kund:innen ein entsprechender Bonus gutgeschrieben. Das Besondere an diesem Konzept ist der dreifache Vorteil. Die Krankenkasse spart Behandlungskosten für vermeidbare Erkrankungen, die Kund:innen erhalten eine Prämie und bleiben gleichzeitig gesund.
     

  4. Meilenprogramme

    Dieses Konzept belohnt Vielflieger:innen für jeden Flug mit einer bestimmten Anzahl Bonusmeilen. Bei vielen Airlines besteht das Bonussystem aus mehreren Stufen wie Standard, Silber, Gold und Gold Plus. Durch das Sammeln der Meilen steigt der Status der Kund:innen. Das ist nicht nur mit günstigeren Flugtickets verbunden, sondern beinhaltet zusätzlich eine bevorzugte Behandlung.

    Meilenprogramme erstrecken sich über die Partnerunternehmen der Fluggesellschaften wie Autovermietungen und Hotels. Mittlerweile können Meilen beim Einkauf im Supermarkt gesammelt oder zu günstigen Konditionen bei speziellen Anbieter:innen gekauft werden. Der einfache Zugang macht dieses Bonussystem zu einem erfolgreichen Konzept der Kundenbindung.

Einfluss von Bonusprogrammen auf das Konsumverhalten

Bonussysteme haben einen positiven Einfluss auf das Konsumverhalten der Kund:innen. Die Aussicht auf eine Prämie animiert sie zum regelmäßigen Einkauf. Dahinter verbirgt sich ein psychologisches Phänomen namens Fear of missing out (FOMO). Nehmen die Kund:innen nicht an dem Bonusprogramm teil oder nutzen dieses nicht ausgiebig, entwickelt sich bei ihnen die Befürchtung etwas zu verpassen.

Tendenziell geben Kund:innen bei Händler:innen mit einem aktiven Bonussystem mehr Geld pro Einkauf aus. Dieser Effekt tritt nur bei fairen Konditionen und attraktiven Prämien ein. Die Belohnungen müssen in einer absehbaren Zeit erreichbar sein. Das erhöht das Vertrauen der Kund:innen in das Prämienprogramm und stärkt ihre Bindung zum Unternehmen.

Die Art der Prämie ist der größte Einflussfaktor auf das Konsumverhalten der Kund:innen. Cashback oder Rabatte sind gut geeignet. Sachprämien sind langfristig die bessere Wahl, da sie länger im Gedächtnis bleiben als ein Geldbetrag. Darüber hinaus kann diese Prämienart an die persönlichen Vorlieben der Kund:innen angepasst werden.

5 Unternehmen mit besonderen Bonusprogrammen

Lufthansa

Die Fluggesellschaft ist einer der Vorreiter im Bereich Bonusprogramme. Im Jahr 1993 rief die Lufthansa das Konzept Miles & More ins Leben, bei dem Kund:innen Bonusmeilen sammeln können. Die Prämie besteht aus finanziellen Aspekten (günstigere Flüge) und emotionalen Komponenten (bevorzugte Behandlung beim Check-In). Das Programm erstreckt sich auf die Mitglieder der Star Alliance wie Swiss Airlines, Eurowings und Air Canada.

Douglas

Mit der Beauty Card von Douglas erhalten Kund:innen für jeden Einkauf Punkte, die für Prämien eingelöst werden können. Hinzu kommen Einladungen zu speziellen Events des Kosmetikhändlers. Optional können die Kund:innen die Premium Beauty Card beantragen und von Spezialpreisen für ausgewählte Artikel profitieren. Sie kann im Onlineshop und in den Filialen von Douglas als Zahlungsmittel eingesetzt werden.

LIDL

Ein vergleichsweise junges Bonusprogramm ist LIDL Plus. Es handelt sich um eine digitale Kundenkarte, die den Kund:innen in Form einer App bereitgestellt wird. Der Discounter bietet seinen Kunden mit LIDL Plus exklusive Preisvorteile, ein Rubbellos mit Sofortgewinn für jeden Einkauf und ein Stufenprogramm mit gestaffelten Rabatten.

MediaMarkt

Mitglieder des MediaMarkt Club erhalten bei dem Elektronikhändler spezielle Angebote, eine längere Umtauschfrist und eine vergünstigte Finanzierung der Produkte. Die Vorteile können im Onlineshop und vor Ort genutzt werden.

Amazon

Das Bonussystem des Onlinehändlers zeichnet sich durch eine große Reichweite aus. Mit der Amazon.de VISA Kreditkarte können die Kund:innen in allen Geschäften Punkte sammeln, die VISA als Zahlungsmittel akzeptieren. Das Unternehmen macht mit seinem Bonusprogramm unterschwellig auf sein Premium Angebot aufmerksam. Mitglieder von Amazon Prime profitieren von einer höheren Anzahl an Punkten pro ausgegebenem Euro.